Kann man esports als echten Sport betrachten?

„Heroes of the Storm“, Overwatch“ oder“Starcraft 2″ sind für den Esport Kenner keine fremden Wörter. Genau mit diesen Spielen und noch vielen weiteren verdienen die Sportler ihr tägliches Geld. Obwohl wir im Zeitalter der Digitalisierung sind, ist es bei sehr vielen Menschen noch nicht angekommen, dass Esport nicht einfach das Gaming am Computer ist, sondern sich zu einem großen Wirtschaftszweig entwickelt hat. Viele Personen betreiben es und die Meisten, die es betreiben sind der festen Überzeugung, dass es sich hierbei um einen echten Sport handelt. Doch ist Esport als Sport anerkannt und was macht diese Art von elektrischem Sport so anders als der „normale“ Sport?

Warum Esport bis heute noch nicht als Sport zählt?

Es wurde bereits ein Gutachten von einer deutschen Partei in Auftrag gegeben, das den Esport als Sport untersuchen sollte. Dieses Gutachten kam zum Entschluss, das Esport kein Sport sei, da der DOSB, also der deutsche Olympische Sportbund dies nicht festgelegt hat. Dieser ist dafür zuständig, was als Sport anerkannt wird und was nicht. Dabei sind drei Kriterien entscheidend, die erfüllt werden müssen. Der Esport erfüllt laut DOSB keine der Kriterien.

Kriterium 1: Sport bedeutet sich zu bewegen

Der DOSB hat bestimmt, dass ein Sport eine motorische Aktivität besitzen muss, die der Sportart gerecht wird. Dies hat der Esport laut DOSB nicht. Ein Argument, dass laut Spezialisten des Esports so nicht stehen gelassen werden kann. Denn das Schachspielen ist auch als Sportart anerkannt und bei dieser Sportart ist man weit weniger motorisch tätig als bei einem Game am PC. Hier muss man oft in sekundenschnelle reagieren.

Kriterium 2: Sport sollte ethisch und fair sein

Außerdem behauptet der DOSB, dass Esport keine ethischen Werte vertritt. Ethische Werte sind Chancengleichheit, faires Spiel, Unverletzlichkeit, Regeln des Spiels beachten usw.. Dies begründet die DOSB mit den Spielen, die Gewalt enthalten und aus diesem Grund nicht unter die Rubrik ethische Werte fallen.
Dennoch muss man hier anführen, dass es ebenfalls anerkannte Sportarten gibt, die auch in einer Form gewalttätig sind. Hierzu zählt das Sportschießen, das Bogenschießen, Kampfsportarten, wie Boxen oder Karate und auch Fechten. Deshalb ist dieses Argument nicht ganz nachvollziehbar.

Kriterium 3: Ein Sport ohne Verein gibt es nicht

Wenn man eine Sportart anerkennen lassen will, braucht man in Deutschland einen eingetragenen Verein mit mindestens 1000 Mitgliedern. Der Esport hat keine Vereine. Esport ist allerdings eine moderne Sportart, die es in den Zeiten der Vereinsgründung noch gar nicht gab. Er ist auch nur bedingt für einen Verein geeignet, da er ja überregional funktioniert. Außerdem wird er online angeboten und ist so vielen Menschen zugänglich. Dies hat ebenfalls einen Vereinscharakter. Der Esport kann weltweit gleichzeitig gespielt werden und ist nicht abhängig von Geschlecht, Alter und Anzahl der Teilnehmer. Die Vorstellungen des DOSB sind in diesem Fall nicht mehr zeitgemäß und sollten überdacht werden.

Im Allgemeinen ist zu sagen, dass die Kenner im Esport schon lang für die Anerkennung kämpfen. Sie wird sich irgendwann durchsetzen müssen. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das passieren wird. Dennoch wäre es ein positiver Meilenstein und würde dem Esport helfen sich weiterzuentwickeln.

In Asien ist dieser Sport bereits anerkannt, dies hat das Asiatische Olympische Komitee bereits bestätigt. 2022 wird hier erstmals bei dieser Disziplin um olympisches Gold gekämpft. Daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen, um dem Zahn der Zeit zu folgen und nicht nur am Rande mitzumischen.

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