Die legendärsten Fussballspiele aller Zeiten

Wenn ich als deutscher Fussball-Fan über besondere Fussballspiele nachdenke, fällt mir natürlich auf der Stelle das WM-Endspiel von 1954 in Bern ein. Dieses Fussballspiel war in mehr als nur einer Hinsicht legendär. Zum Einen war es natürlich ein absolutes sportliches Wunder zur damaligen Zeit, denn im Weltfußball war Ungarn zur damaligen Zeit das Maß aller Dinge, die Mannschaft der Magyaren um Ferenc Puskas war schon damals mehr als nur legendär. Deutschland hingegen war 9 Jahre nach dem verlorenen Weltkrieg allenfalls eine Randnotiz im Weltfussball. Dieses Fussballspiel sollte jedoch alles ändern. Es war nicht nur ein gewonnenes WM Endspiel, was an sich ja schon sensationell genug war, nein, es war die Geburtsstunde dessen, was das deutsche Fussballspiel bis heute ausmacht: Eine enorme Professionalität, unbedingter Wille zum Sieg, niemals aufgeben und die schon sprichwörtliche mannschaftliche Geschlossenheit. Dazu hatte der damalige Trainer Sepp Herberger, der als absolut legendär anzusehen ist, eine akribische Vorbereitung auf jedes einzelne Fussballspiel und somit auch auf dieses denkwürdige Endspiel an den Tag gelegt. Nur so konnte dieses Fussballspiel gegen einen nahezu übermächtigen Gegner diesen Verlauf nehmen und letztlich verdient mit 3:2 für das deutsche Team entschieden werden.

Ebenfalls legendär, weil vom Spielverlauf an Dramatik kaum zu überbieten ist das Fussballspiel, das als das Jahrhunderspiel in die Analen des Fussballs eingegangen ist. Es handelt sich um das Halbfinale der Fussballweltmeisterschaft 1970 in Mexiko. Der Austragungsort der Partie war das Aztekenstadion in Mexico City. Die 102.444 Zuschauer waren wahrlich eine ebenso erhabene wie dem Spiel angemessene Kulisse. Als kleiner Vorteil für die deutsche Elf gilt anzumerken, dass die überwiegend einheimischen Zuschauer die Italiener zu Beginn des Spiels auspfiffen, da die Squadra Azzura die Gastgeber kurz zuvor aus dem Turnier geworfen hatten. Das Fussballspiel selbst jedoch hatte keinen Sieger verdient, denn es ging dramatisch hin und her.

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Ein überragender Roberto Boninsegna brachte die Italiener bereits in der 8. Minute in Führung. Erst in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit konnte die Elf des damaligen Trainers Helmut Schön durch den Italien-Legionär Karl-Heinz Schnellinger ausgleichen. Was folge, war eine Verlängerung, die es in sich hatte. Nun gingen zuerst die deutschen Farben durch ein schnelles Tor von Gerd Müller in der 94. Minute in Front. Doch nur weitere 4 Minuten später war es Tarcisio Burgnich, der ausgleichen konnte. Doch damit nicht genug: Kurz vor der Halbzeit der Verlängerung schockte Luigi Riva die Männer von Helmut Schön mit der erneuten Führung für Italien. Mit 2:3 ging es also in die kurze Pause. Obwohl sich Franz Beckenbauer mit gebrochener Schulter mehr über den Platz mühte als dass er laufen konnte, schafften die Deutschen den erneuten Ausgleich zum 3:3 wiederum durch Gerd Müller. Der endgültige KO für das deutsche Team kam dann durch den eingewechselten Gianni Rivera. Beide Teams erhielten nach dem Schlusspfiff stehende Ovationen vom mexikanischen Publikum. Legendär sind ebenfalls die Kommentare der deutschen Reporter, die dieses aufregende Fussballspiel kommentieren durften. Welchen Stellenwert dieses Fussballspiel auch bei unparteiischen Beobachtern genießt, zeigt die Gedenktafel, die heute noch im Atzekenstadion zu bewundern ist.

Das dritte Fussballspiel, dem ich das Prädikat legendär geben möchte, ist das Viertelfinalrückspiel im Uefacup aus dem Jahre 1986. Kontrahenten waren der KFC Bayer Uerdingen und Dynamo Dresden. Die Paarung lebte bereits von der Brisanz eines der seltenen deutsch-deutschen Duelle zu sein. Der Spielverlauf konnte kurioser kaum sein. Nachdem der Westdeutsche Vertreter aus Krefeld-Uerdingen das Hinspiel in Dresden bereits mit 0:2 verloren hatte, lag man auch im Rückspiel bereits zur Pause legendär mit 1:3 hinten. An ein Weiterkommen dachte zu diesem Zeitpunkt niemand mehr. Vielmehr hoffte man nur noch darauf, nicht vollends unter die Räder zu kommen. Doch die Geschichte dieses Spiels nahm einen völlig anderen Verlauf, der wohl auch der Tatsache geschuldet war, dass der Dresdner Stammtorhüter Bernd Jakubowski mit einer Schulterfraktur bereits in der 39. Minute durch den absolut unerfahrenen Jens Ramme hatte ersetzt werden müssen. Dennoch ist es auch im Nachhinein für jeden Fussballfan unverständlich, dass Dynamo Dresden hier das Heft noch einmal aus der Hand geben konnte. So konnten sich schließlich Wolfgang Funkel (Foulelfmeter), Larus Gundmundsson, Wolfgang Schäfer, Dietmar Klinger, Wolfgang Funkel (Handelfmeter) und erneut Wolfgang Schäfer als Torschützen feiern lassen. Die hatten das Undenkbare fertig gebracht und werden daher auf alle Zeiten legendär bleiben beim KFC Uerdingen.

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